Alles identitär oder was?

WDR 5 stellte in einem Bericht fest: Die Identitären, Frei.Wild und sogar die Böhsen Onkelz haben gemeinsame Grundsätze; denn sie sind freiheitlich, patriotisch und ethnopluralistisch. Dieser Konstatierung kann die Athenaeum-Redaktion nur beipflichten. Leider war diese Essenz auch schon der einzige Wahrheitsfunken in dem undurchsichtigen Wald an Falschaussagen.

Die stigmatisierten Staatsfeinde

Der Bericht „Ausgrenzung im Namen des Patriotismus“ vom 21.05.2013 ist auf der Internet-Seite des WDR 5 (www.wdr5.de) zu finden. Wenn man lesefaul ist, dann kann man sich das Ganze auch vorlesen lassen. Auf infame Weise wird hier versucht FreiWild, Onkelz und auch die Identitären zu dämonisieren und den linksradikalen Zeitgeist in die Hirne der Rezipienten zu pressen. Gemeinsam mit Sarrazin werden sie zu Staatsfeinden erklärt und als Freiwild bezeichnet, „welches man einfach abknallt“. Allen Vieren wird scheinbares apokalyptisches Denken vorgeworfen und der Text intendiert durch sarkastische Mittel die ernsten Inhalte der Identitären ins Lächerliche zu ziehen.

Der Pluralismus der Identitären Idee 

Den Identitären wird vorgeworfen, nur im Internet präsent zu sein. Dies entspricht nicht den Tatsachen: Die Identitären sind keine Cartoon-Zeichner, sondern politische Aktionisten, welche durch Schockaktionen versuchen, auf ihre Themen aufmerksam zu machen und die Leute zum Nachdenken zu bewegen. Mittel dazu sind beispielsweise Hardbass-Aktionen, Handblatt-Verteilungen, Schockaktionen und Diskussionen mit der Bevölkerung. Eine Kernthese, die WDR 5 aufstellt, lautet:“Ethnopluralismus ist genau das Gegenteil von Vielfalt“. Allein etymologisch ist das schon ein Paradoxon: Denn Ethnopluralisten setzen sich für die Vielfalt der Völker und Kulturen ein. Wenn der WDR von „Ethnischer Reinheit“ im Bezug auf die Identitären spricht, dann muss man sich zwangläufig auf die Rassenlehren Houston Stewart Chamberlains beziehen. Für ihn galt es, die deutsche Kultur vor „fremden“ Einflüssen und „rassistischer Durchmischung“ zu schützen. Genau das wollen die Identitären nicht: Sie streben einen Fortbestand ihrer indigenen Kultur und Tradition an. Eine Volksgruppe ist niemals homogen, da es immer Zu- und Abwanderung in und aus Nachbarländern gab und gibt. Es besteht ein gravierender Unterschied zwischen dem Begriff der Rasse, welcher chauvinistisch geprägt ist, und der Ethnie. Die Ethnie impliziert alles, was zu einer Volksgruppe dazu gehört: Sprache, Brauchtum, Glaube, Werte, Tradition etc.

Experten sehen in Frei.Wild die neue Blut&Boden-Band

Umrandet wird der Bericht von O-Tönen der Südtiroler Band Frei.Wild, für die es normal ist Stolz auf ihr Land zu sein. „Südtirol wurde seinen Brüdern entrissen“, wie es in dem Lied „Südtirol“ heißt. Hier hat man ein ganz anderes nationales Selbstgefühl zu seiner Heimat, da man zunächst zu Österreich gehörte und dann im letzten Jahrhundert zwangsweise von Italien anektiert wurde. Die Südtiroler fühlen sich selbst als Tiroler und viel weniger als Italiener. Im WDR-Bericht kommt dazu ein selbsternannter Musik-Wissenschaftler der Universität Mainz zu Wort: „Bei Freiwild – und da wird es schon ein bisschen kritisch – wird das schon auch mit einer gewissen Blut & Boden-Ideologie kombiniert.“ Ein völliger Fehlgriff in der Wortwahl, aber gewollt. Denn die Blut-Boden-Ideologie, entstanden aus Rassismus und Nationalismus des 19.Jahrhunderts, war ein entscheidender Faktor in der Erschaffung des nationalsozialistischen Weltbilds. „Blut“ galt als Sinnbild für die Abstammung und „Boden“ als Sinnbild für Landwirtschaft sowie Lebensraum. Durch das Anwenden typischer Begrifflichkeiten aus der NS-Zeit wird hier dezidiert versucht, Frei.Wild in eine neonazistischte Ecke zu stellen.

Die Onkelz und ihre Vergangenheit

Die Böhsen Onkelz bekommen nach all den Jahren der Inaktivität auch wieder mal ihr Fett weg. Denn in dem Bericht heißt es: „Die Frankfurter Skinhead-Band erspielt sich in den Achtzigern mit Songs wie ‚Türkenfotze‘ und ‚Türkähn raus‘ eine rechte Fangemeinde“. Diese gewollte Selektion des Repertoires der Onkelz auf zwei Lieder – die auf keiner offiziellen Platte zu finden sind, sondern bei denen es sich um Stücke auf Demobändern handelte, die ausschließlich in einem Kreis von vielleicht 50 Personen bekannt war und auch nur ein einziges Mal live aufgeführt wurde – zeigt wie aggressiv hier versucht wird, die Onkelz als Nazis du denunzieren und sozial zu diffamieren. Die Lieder sind in der Zeit ihrer Skinhead-Tage entstanden, und das Outfit wie auch die Texte gehörten zum Image dieser Szene. In den Liedern kamen Feindschaften zu rivalisierenden Straßengangs in Frankfurt am Main zum Ausdruck. Im Nachhinein distanzierten sich die Onkelz sowohl eindeutig von dieser Zeit als auch von der rechtsextremen Szene, nicht wie der WDR uns weismachen will:“Sie distanzierten sich aber nie eindeutig von rechtsaußen“.

Der Patriot in der Opferrolle

Um nun die Reihe der Identitären zu schließen, wird dem Ganzen auch noch Thilo Sarrazin hinzugefügt, dem Wutbürger schlechthin, der durch sachliche statistische Erhebungen versucht, die Menschen wach zu rütteln. Von Politik und Medien wird er verunglimpft, als Rassist beschimpft und als rechts abgestempelt. Sarrazin wird bezichtigt, dass er sich als „verfolgter Patriot“ darstelle, der sich in die Opferrolle begebe, um schließlich mit seinen apokalyptischen Büchern Millionen zu verdienen. Da kann man mal sehen, aus wie vielen Perspektiven man die Realität betrachten kann. Das Sarrazin dabei nur Entwicklungen und Tendenzen unserer Gesellschaft aufzeigt, gemeinsam mit den möglichen Folgen, wird dabei blauäugig ausgeblendet. Denn es geht ja gerade darum den Leser zu blenden, ihn mit der Multi-Kulti-Soße zu indoktrinieren und zu berieseln. „Niemand hat vor eine Mauer zu bauen“ (Walter Ulbricht) und genauso hat niemand vor einen multikulturellen europäischen Superstaat zu errichten – leuchtet ein.

Die obligatorischen Lügen des Staatsfunks

Persönlich halte ich bis dato einiges vom WDR 5, nur nicht in Sachen Politik. In diesen Belangen unterscheidet er sich nicht von den anderen Staatsfunk-Ablegern. Vor einigen Wochen hatten die Identitären im Raum Köln-Bonn ein Interview mit den Reportern dieser Rundfunkanstalt. Sie waren nett und freundlich zu den identitären Aktionisten, fügten aber so nebenbei hinzu, dass sie von dem aufgezeichneten Interview nur das ausstrahlen dürften, was in das ideologische Denken ihres Senders passe. Wir hakten nach und erkundigten uns persönlich beim WDR. Auf die Frage, ob sie nur das ausstrahlen dürfen, was vorgegeben wird, und ob sie lügen, um ihr ideologisches Weltbild zu verkaufen, kam eine indirekte Bestätigung: „Mit diesen Vorwürfen können wir leben“. Anstelle resolut zu argumentieren, werden diese Vorwürfe hingenommen und damit verifiziert. Zumindest gingen einige Beschwerden von zahlreichen Frei.Wild und Onkelz-Fans ein, so der WDR, sodass wir uns auf eine eventuelle Sonderrunde im WDR-Tagesgespräch freuen dürfen. In dieser Sendung können auch Bürger zu Wort kommen. Alles in allem können sich alle Betroffenen nur für die kostenlose Werbung des Völkischen Beobachters 2.0 bedanken. In diesem Sinne: Danke für nichts. 

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