0% Rassismus, doch für die Vielfalt – Teil II

Ich habe im ersten Teil dieser Artikelserie über Differenz dargelegt, weshalb es unsinnig ist, uns als Rassisten zu bezeichnen, wo wir uns verorten und folge dessen wir uns als „0% rassistisch“ bezeichnen. Darüber hinaus habe ich ausgeführt, daß wir differenzierte Wesen sind und Identität daher immer als dialogisch zu charakterisieren ist; denn ich kann ein Ich oder ein Wir niemals definieren, ohne mich auf ein Gegenüber zu beziehen; Alain de Benoist spricht hier von Identität als das, was „im Spiel der Ausdifferenzierung erhalten bleibt“. Es ist daher der logische Schluss, dass wer das Eigene verteidigt, auch das Andere anerkennen muss. Wenn wir von Differenz sprechen, setzt das eine geistig-sprachliche Konstruktion voraus; wie sind diese Begriffe beschaffen?

Wir leben in Begriffen die wir uns selber bilden. Diese Sentenz läuft zweiachsig, sie besitzt eine diachrone und synchrone Achse: auf der diachronen Achse entwickeln wir als Sprachgemeinschaft und geistig-kulturelles Kollektiv ständig mit der Zeit, also dynamisch, unsere eigenen Begriffe und die Art und Weise wie wir sie verstehen und verwenden. So wie auch unsere Volkswerdung, entwickeln und wandeln sich Begriffe in ihrer Konnotation, sprich Bedeutung, und haben wiederum Einfluss auf unsere Auffassung von der Wirklichkeit. Denn das was wir sagen und die Sprache die wir sprechen bestimmt unser Denken und somit unsere Wirklichkeit. Somit ist die Auffassung der uns umgebenden Welt,  von kulturellem Kollektiv, von Sprache zu Sprache unterschiedlich und bedingt sich umgekehrt. Auf der synchronen Achse arbeiten wir mit den sprachlichen Grundbegriffen, wie dem „Ich und Du“, dem „Wir und die Anderen“, die in jeder Sprache existieren und metasprachlich („Objektsprache im Sinne einer Sprache über nichtsprachliche Gegenstände“)  ident sind. Sie bezeichnen Dinge und Sachverhalte, – in unserem Fall – Eigen- und Fremdwahrnehmung, ohne dem keine Sprache existieren und funktionieren kann. Diese kann man psychosozial durch rhetorische Vereinnahmung, je nach erwünschter Wirkung, nun negativ oder positiv aufladen. Generell sind sie aber neutral.

Gerade die Dialektik des Eigenen und Fremden wurde geschichtlich (im Namen der großen Ideologien des 20.Jahrhunderts) missbraucht und wird nun paradoxerweise weiterhin negativ ausgelegt und als etwas „faschistoides/rassistisches“ gedeutet. Sie wird negativ behaftet um das geschichtliche Gegenteil in der Gegenwart zu erzeugen. Indem die linke Intelligencia versucht durch Brandmarken der Differenzbegriffe und ihr Verhältnis zueinander, diese aufzuheben, entzieht sie jene Begriffsmatrix dem allgemeinen Diskurs und bewirkt somit das genaue Gegenteil. Da die Differenzbegriffe zu Tabubegriffen des Wortschatzes werden, durch deren Verwendung man sich ins gesellschaftliche Aus katapultiert, nehmen sie zugleich die Möglichkeit, diese Dialektik neu und zwar positiv zu besetzen. Eine positive Bedeutung des Eigenen und eben dadurch eine positive Sichtweise des Anderen. Dies ist nie versucht worden, obgleich es doch die anzunehmende geschichtliche Konsequenz darstellen sollte.

Indem man versucht die Begriffsmatrix des Unterschiedlichen, im ersten Schritt negativ zu besetzen, da es sonst zu einer negativen Auffassung eben jener kommen könnte (sic!) und damit zu tabuisieren und im zweiten Schritt diese somit aufzulösen, wird das allgemein Heterogene, das pluralistische Moment in der Gesellschaft verwischt, die Farben zusammengerührt zu einem grauen farblosen Brei, d.h. homogenisiert. Eine natürlich bestehende Vielfalt wird zerstört zu Gunsten einer konturlosen, grauen, immer-gleichen Masse. Traditionsmuster, soziale Rahmen, Solidaritäten, kulturelle wie geistige Eigentümlichkeiten,… kurz: alles Identitätsstiftende wird verteufelt und bekämpft. Faktoren eines kulturellen Kollektivs, und Voraussetzung einer natürlichen Vielfalt. Der wahre Ausgang dieser Verteufelung und Neu-Negativ-Besetzung des „Wir und die Anderen“ führt, statt zu einem besseren Verständnis und weniger Ressentiments gegenüber dem „Anderen“, dem Fremden, zu weniger Verständnis und Toleranz. Sie bildet im Kern eine eigentliche Bekämpfung der Vielfalt.

Nun wird versucht uns einzureden, dass der massenhafte Import von Humankapital, welcher angeblich ökonomisch notwendig sei, doch irgendwie in unserem sozialen Alltag eine Bereicherung darstelle – wenn alles „bunter“ werde, ist das doch schön. Abgesehen davon, dass die in diesem Umfang noch nie da gewesene Migration, zum ersten Mal eine starke außereuropäische Komponente aufweist, ist es tatsächlich der Umstand, dass die Masseneinwanderung eben die Vielfalt zerstört. Eine Gemeinschaft kann immer ein gewisses Maß an Einwanderung vertragen, und diese in einem begrenzten Rahmen als kulturelle Bereicherung auffassen. Viele Hochkulturen lebten und wirkten durch importierte Kulturgüter und fremdes Wissen, welches sie als Anregung aufnahmen und in ihrer eigenen Ausdrucksweise reproduzierten. Das wird niemand leugnen. Auch nicht, dass Österreichbeispielsweise, speziell im Nordosten, eine lange Geschichte der europäischen Binnenmigration zu verzeichnen hat. Diese kleinen interkulturellen Austausche haben aber nie die gesamte ethno-kulturelle Identität einer Gemeinschaft bedroht. Eine natürliche kulturelle und ethnische Vielfalt, ein Nebeneinander, blieb dadurch unberührt und erhalten. Die jeweilige Identität als große Erzählung konnte weitererzählt werden. Sie blieb dadurch nicht stehen sondern entwickelte sich dynamisch fort. Wenn aber die Anzahl von kulturfremden Migranten so hoch wird, dass das Wechselspiel der kulturellen Dialogs und der Identitätsbildung und –entwicklung nicht mehr ungestört ausgeführt werden kann, dann ist ein kritischer Punkt erreicht. An diesem entscheidet sich, ob eine ethno-kulturelle Gemeinschaft demographisch abgeschafft oder geografisch verdrängt wird oder die beiden selbstständigen Ethno-Kulturen miteinander fusionieren. Beides ist sicherlich nicht Ausdruck einer zu begrüßenden Vielfalt, sondern stellt ihr genaues Gegenteil dar. Eine Ausdifferenzierung kann nicht mehr stattfinden, Identitätsbildung wird dadurch gestört und die logische Konsequenz sind dadurch evozierte identitäre Zuckungen. Identität wird erst zum Problem beziehungsweise überhaupt erst zum Verwendeten Begriff, wenn eben diese bedroht oder gestört wird. Die identitäre Bewegung stellt somit kein politisches Novum dar, sondern viel mehr eine logische und nötige Konsequenz.
Wir wollen die Vielfalt erhalten wissen. Denn erst Unterschied schafft Bedeutung. Schaffen wir die Unterschiede ab, werden Wir wie die Anderen bedeutungslos und somit wertlos. Die Negativkonnotierung des Differenzbegriffs und somit dessen Verständnisses schafft letzten Endes eine Umgehung der Toleranz untereinander, und führt somit zu nichts anderem als zu mehr Unverständnis. Ziel muss es daher, für einen jeden Verfechter der Vielfalt, sein, Unterschiede anzuerkennen und diese Grund ihrer Einzigartigkeit und Besonderheit als solche zu schätzen. Die dadurch erhaltene Viefalt bildet erst den Reichtum unserer Welt. Aus ihr generieren sich die besonderen kulturellen Eigentümlichkeiten und geistigen Hochleistungen, welche wir z.B. als Touristen so schätzen. Ziel muss es daher für die Identitäre Bewegung, weiter sein, sich verstärkt positiv auf die eigene Identität zu beziehen, das Eigene zu pflegen und neu positiv zu besetzen. Das inkludiert die dahinterliegende Metasprache, das Verständnis dafür und die Außenwirkung. Denn erst durch einen positiven Bezug zur eigenen Identität, bzw. überhaupt erst ein Bewusstmachen der eigenen Identität, ergo die Entwicklung eines identitären Bewusstseins, kann ein verständnisvoller Bezug zum Fremden hergestellt werden. Wer das Eigene schätzt, sieht umso mehr das Besondere im Fremden. Allein dadurch wird und muss ein negativer Bezug dazu fallen. Durch ständiges negatives Appellieren an ein Fremdes, an das Andere, kann diese Entwicklung nicht stattfinden. Ein Bewusstmachen der Gefahren für die eigene ethnokulturelle Identität muss selbstverständlich stattfinden, muss aber zum Ziel haben, auf die eigene bestehende Identität zu verweisen.

Advertisements

2 Kommentare zu “0% Rassismus, doch für die Vielfalt – Teil II

  1. Ich habe schon auf den zweiten Teil gewartet, nun da er da ist, bin ich ein wenig enttäuscht. Diese Serie ist eine saubere Arbeit, die jedoch zu sehr im Metapolitischen haften bleibt. Ich hätte mir eine korrekte historische Einordnung des Ethno-Pluralismus gewünscht, eben als eine Antwort auf das scheitern des klassischen Citoyen-Prinzips nach dem Ende des französischen Kolonialreichs, bzw als eine Modifikation desselben Prinzips.
    Auch das die „Linke Intelligenzia durch Brandmarkung der Differenzbegriffe“ agiert würde ich so nicht unterschreiben. Es ist doch so, das diejenigen die sich für die Belange des kurdischen, tibetischen oder palestinensischen Volkes einsetzen, jeden positiven Bezug auf das Eigene als „völkisch“ abtun, bis hin zu primitivsten Völkermord Fantasien das eigene Volk betreffend. Dieser Mangel an logischer Stringenz ist unser Einfalltor. Wer sich für den Bau von Moscheen einsetzt und sich gleichzeitig Anti-Religiös gebärdet, handelt unredlich. Die Motivation liegt auf der Hand, es ist die Selbstvernichtung.
    Es sind die Apologeten des Selbsthasses, die sich mal als seriöse Wissenschaftler oder Kulturschaffende tarnen, mal als Politiker oder Journalisten. Ihre Gemeinsamkeit besteht in der Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Elite, die es Ihnen erlaubt Ihren Einfluss zu missbrauchen. Dort liegt es an uns den Finger in die Wunde zu legen.

    So wie es unseren Mitstreitern gelungen ist dem Journalisten Til Biermann die auto-genozidale Aussage zu entlocken :
    „Einer Identität, die den Zweiten Weltkrieg und den industriellen Völkermord über die Welt gebracht hat, will ich keine Krokodilstränen nachweinen….. „

    solche deutschfeindlichen Entgleisungen spielen uns in die Hand. Wir müssen lernen so etwas zu nutzen.

  2. Pingback: 0% Rassismus, doch für die Vielfalt – Teil II | identitärer Block

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s