0% Rassismus, doch für die Viefalt – Teil I

Wir werden häufig mit der Entgegnung konfrontiert, es sei ein Widerspruch und eine Farce „Gegen Rassismus“ zu sein und zugleich „gegen Zuwanderung und Islam“. Die eine „Distanzierung“ hebe sich ein paar Sätze weiter mit einer anderen „grundrassistischen“ Aussage wieder auf. Ich möchte in dieser zweiteiligen Serie diesen ermüdenden und falschen Rückschluss  aufrollen und widerlegen.
Das ist das Credo derjenigen, die mit dieser neuen Art der Geisteshaltung sichtlich überfordert sind, sich nicht mit uns beschäftigen oder es nicht wahrhaben wollen, dass es sehr wohl noch junge Menschen gibt, denen die absolute und schleichende Selbstaufgabe nicht egal ist oder diese sogar bewillkommnen. Das Credo derjenigen die jeglichen positiven Bezug auf die eigene Identität verabscheuen und verurteilen. Und nicht zuletzt derjenigen die es nicht akzeptieren wollen, dass ein Bekenntnis zur eigenen Identität und Heimat nicht zwangsläufig einen Hass auf das Andere miteinschließt und bewusst Argumente verdrehen und falsch auslegen.

Wir wollen den Diskurs um einen positiven Bezug zu uns und dem Fremden starten, die Begriffsmatrix der Differenz, des Wir und die Anderen, neu definieren. Hierbei ist klar, dass ein „Wir“ nicht ohne einem „Anderen“ definiert werden kann, ja nicht einmal im Sprachgebrauch, oder gar im Denken, begriffen werden kann. Oder drehen wir es um: das „Andere“ nicht ohne einem „Wir“ in seiner Souveränität bestehen kann. Alles andere ist ein ontologischer Widerspruch. Die poststrukturalistische Herangehensweise die Kategorien der Differenz in unserem Sprachgebrauch zu dekonstruieren und sie als „grundrassistisch“ oder „faschistisch“ zu „entlarven“ ist schwachsinnig und nicht mehr als akademische geistige Masturbation. In jeder Kultur und in jeder Sprache ist die Verwendung einer sprachlichen Differenzbegriffsmatrix völlig selbstverständlich – ohne sie würde die Sprache degenerieren, sie würde letztlich bedeutungslos werden; denn Sprache funktioniert dadurch, dass sie von einander differente Gegenstände und Sachverhalte benennt. Dies hier aber weiter auszuführen ersparen wir uns. Kurz: Wir sind differenzierte Wesen, die auf individueller Ebene ein von sich anderes Bild benötigen um sich selbst zu begreifen und somit Grundbegriffe der Differenz, des voneinander Unterschiedlichem, für unser Selbstverständnis benötigen.

Nur was heißt das Individuum, wenn wir auf der Ebene des Kollektivs sprechen? Ein Individuum alleine kann nie eine Identität ausbilden; es braucht immer in seiner Entwicklung einen Identifikationspunkt, einen Spiegel in welchem das ihm Ähnliche oder ihm Eigene und das ihm Unterschiedliche erst bewusst wird. Das ist nun mal die Art wie sich unvermeidbar kollektive Identitäten generieren. Hierbei ist klar, dass sich dieser Prozess nach oder in seiner Generierung nicht statisch, sondern dynamisch verhält.

Es wäre jedoch an diesem Punkt ein falscher Schluss, das „Andere“ wegen seiner „Andersartigkeit“ mit einer negativen Bedeutung aufzuladen. So interpretieren jedoch die selbst ernannten Exegeten der unsrigen geistigen Kultur, und Vertreter der Medienlandschaft, unsere Identitäre Weltsicht und legen sie bewusst falsch aus. Auf der anderen Seite fangen politische Populisten (an dieser Stelle sei angemerkt, dass diese Bezeichnung nie eine Negative sein kann, meint es doch die Meinung der  Mehrheit. Die Verunglimpfung und Pervertierung dieses Begriffs zu einem Schimpfwort, zeigt nur den verzweifelten Versuch einer geistigen Minderheit die Wahrheit, von welcher sie glauben sie für sich gepachtet zu haben, panisch, von der „dummen unaufgeklärten“ Bevölkerungsmehrheit weg, an sich zu reißen. Diese Versuche scheitern mittlerzeit immer häufiger, umso panischer werden die Rettungsversuche.) die berechtigten Sorgen und Ängste der Bevölkerung auf, um sich durch ein bewusst negatives Auslegen der Differenz Wählerstimmen zu sichern. Beides ist der falsche Weg und endet letzten Endes immer in Hass und Unverständnis.

Deshalb definieren und sehen wir uns zwischen diesen beiden Extremen, die beides eine Pervertierung der realexistierenden Differenz darstellen. Denn auf der einen Seite hieße, eine Differenz als Unterschiedlichkeit aufgefasst, allgemeine kulturelle Vielfalt zu leugnen und auf der anderen Seite, Differenz als Diskrimierungsbegriff aufgefasst, Vielfalt zu verurteilen. Beides steht ihr also konträr gegenüber. Wir befinden uns in ihr und erkennen und befürworten sie. Im modernen (poststrukturalistischen) linken Denken wird Rassismus als eine Art Gummibegriff benutzt, beliebig auf alles dehn- und anwendbar, was sich in seinem Sprechen irgendwie auf kollektive Identitäten bezieht. Im Kern wäre somit ein kärtner Slowene in Österreich, der seine Identität als ethnische Minderheit verteidigt, ein Rassist. Diese Verwendung des Rassismusbegriff nennen wir daher universalistischen Antirassismus; er differenziert in seinem Denken nicht, respektiert keine souveränen Identitätskollektive und ist zu Ende Gedacht ebenso rassistisch. Dem gegenüber steht der differentialistische Antirassismus, in welchem Unterschied nicht „Minderwertigkeit“ oder ähnliches meint (tatsächlicher Rassismus), sondern eben dieser Unterschied betont und entgegen Herabwürdigung verteidigt wird (dazu zählt z.B. Kulturimperialismus). So werden Unterschiede nicht als Diskriminierungsgrundlage aufgefasst sondern als Ausdruck einer vielfältigen, pluralen Welt – in einer Welt der Vielfalt. Ein Kampf gegen die bewusste Falschkonnotierung der Begriffsmatrix der Differenz und des Unterschieds. Dahinter steht geopolitisch letztendlich der Ausgang von der unipolaren zur multipolaren Weltordnung.
Wir vertreten daher „0% Rassismus“.

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